Weihnachtsmann und Santa Claus: Wo ist der Unterschied?

Der Weihnachtsmann und Santa Claus sind ein und dieselbe Figur: ein moderner Gabenbringer, der im 19. Jahrhundert aus der Tradition des heiligen Nikolaus entstand und in Deutschland am 24. Dezember kommt. Der Nikolaus dagegen ist ein historischer Bischof aus dem 4. Jahrhundert, der seinen eigenen Festtag am 6. Dezember hat. Wie es zu diesem weihnachtlichen Doppelleben kam, ist eine überraschend weite Reise: von Myra über Amsterdam und New York zurück nach Europa.

Woher kommt der Weihnachtsmann? Die überraschende Geschichte

Die Wurzeln des Weihnachtsmanns liegen beim heiligen Nikolaus von Myra, einem Bischof, der von etwa 270 bis 343 in Myra in der heutigen Türkei lebte. Seine legendäre Großzügigkeit machte ihn zum Schutzpatron der Kinder, und über Jahrhunderte war sein Festtag am 6. Dezember der wichtigste Geschenketag des Winters.

Der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen, ist dagegen eine erstaunlich junge Figur. In Deutschland wurde die Gestalt im 19. Jahrhundert populär: Der Maler Moritz von Schwind zeichnete 1847 für die Münchener Bilderbogen einen pelzbemäntelten „Herrn Winter", der als eine der frühesten Darstellungen des deutschen Weihnachtsmanns gilt. Parallel verschob sich in vielen evangelischen Regionen die Bescherung vom Nikolaustag auf Heiligabend, und der neue, weltliche Gabenbringer übernahm nach und nach die Rolle des Nikolaus.

Seine heutige Gestalt verdankt der Weihnachtsmann allerdings einem Umweg über Amerika. Dort war aus dem Nikolaus inzwischen Santa Claus geworden, und dessen Bild prägte ab dem 20. Jahrhundert auch unser Bild vom Weihnachtsmann: rundlich, gemütlich, mit rotem Mantel, weißem Pelzbesatz und Rauschebart.

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Santa Claus: So entstand der amerikanische Weihnachtsmann

Wie der Weihnachtsmann hat auch Santa Claus seine Wurzeln in der Tradition des heiligen Nikolaus. Für seine Ankunft in den USA sind Einwanderer verantwortlich: Niederländische Siedler ließen sich im 17. Jahrhundert in Neu Amsterdam nieder, dem heutigen New York, und brachten ihren „Sinterklaas" mit. Aus dem niederländischen Namen für Sankt Nikolaus wurde im amerikanischen Sprachgebrauch nach und nach „Santa Claus".

Sein heutiges Gesicht bekam Santa Claus in drei Etappen. 1823 erschien das Gedicht „A Visit from St. Nicholas", das den nächtlichen Schlittenflug mit Rentieren und den Weg durch den Kamin erzählte. Ab 1863 zeichnete der Karikaturist Thomas Nast Santa Claus regelmäßig für das Magazin Harper's Weekly und gab ihm Bauch, Bart und Werkstatt. Und 1931 machte die berühmte Coca-Cola-Werbekampagne den rot-weißen Santa endgültig weltberühmt. Erfunden hat Coca-Cola den roten Mantel übrigens nicht, er war schon bei Nast zu sehen, aber die Kampagne zementierte das Bild für immer.

Spätestens im frühen 20. Jahrhundert fasste diese amerikanische Version auch auf dem europäischen Festland Fuß und ersetzte vielerorts den Nikolaus und das Christkind als Gabenbringer. Der Name war hierzulande aber ein anderer: der Weihnachtsmann.

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Der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann

So ähnlich sich die beiden auf den ersten Blick sehen, so klar sind die Unterschiede, wenn man genauer hinschaut:

  • Der Nikolaus ist eine historische Person: Bischof Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert lebte. Er kommt in der Nacht zum 6. Dezember, füllt geputzte Stiefel und Schuhe mit Süßigkeiten, Nüssen und Mandarinen und trägt auf traditionellen Darstellungen Bischofsmütze und Bischofsstab.
  • Der Weihnachtsmann ist eine erfundene Figur des 19. Jahrhunderts. Er bringt die großen Geschenke zur Bescherung am 24. Dezember, trägt einen roten Mantel mit weißem Pelz und hat keinen kirchlichen Hintergrund mehr.

Eine Eselsbrücke für Kinder: Der Nikolaus füllt die Stiefel, der Weihnachtsmann legt die Geschenke unter den Baum. Dass die beiden oft verwechselt werden, ist kein Wunder, schließlich ist der eine der Urahn des anderen.

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Sind Santa Claus und der Weihnachtsmann dasselbe?

Ja, im Kern sind Santa Claus und der Weihnachtsmann dieselbe Figur mit zwei Namen: der amerikanische und der deutsche Name für den modernen Gabenbringer in Rot. Der amerikanische Mythos, dass er am Nordpol lebt und auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten um die Welt fliegt, ist auch hierzulande fester Teil der Geschichte. Ein paar kleine, aber feine Unterschiede gibt es trotzdem.

Der europäische Weihnachtsmann tritt ab und an noch mit Anklängen an seine christlichen Ursprünge auf, und je nach Region kommt er persönlich an die Tür, um die Geschenke zu übergeben. Der gravierendste Unterschied sind aber die Arbeitszeiten. In Deutschland findet die Bescherung am Abend des 24. Dezember statt: Der Weihnachtsmann kommt, während die Familie kurz im anderen Zimmer wartet, oder er klopft sogar selbst an die Tür. In den USA kommt Santa Claus erst spät in der Nacht zum Einsatz. Nachdem die Familien ins Bett gegangen sind, landet er mit seinem Schlitten auf dem Dach, steigt durch den Kamin und legt die Geschenke unter den Baum. Die Kinder öffnen ihre Geschenke erst am Morgen des 25. Dezember und finden dann nur noch ein ausgetrunkenes Glas Milch und ein paar Kekskrümel als Beweis seiner Anwesenheit vor.

Blonde Frau zwinkert fröhlich in rot-beigem Weihnachtspullover vor grünem Samtvorhang

Knecht Ruprecht: Der Begleiter des Nikolaus

Wer vom Nikolaus spricht, kommt an einer zweiten Gestalt kaum vorbei: dem Knecht Ruprecht. Er gilt traditionell als Begleiter und Gehilfe des Nikolaus und stand früher für Ermahnung und Strafe. In der Hand trug er eine Rute und ein Buch, in dem die guten und schlechten Taten der Kinder vermerkt waren. Wer artig war, bekam vom Nikolaus etwas in den Stiefel, wer nicht, dem drohte symbolisch die Rute. Heute hat Knecht Ruprecht seinen strengen Ruf weitgehend abgelegt und tritt, wenn überhaupt, als gutmütiger Helfer auf, der gemeinsam mit dem Nikolaus oder dem Weihnachtsmann die Geschenke verteilt.

Wo wohnt der Weihnachtsmann?

Eine feste Adresse hat der Weihnachtsmann eigentlich nicht, doch ein Ort hat sich als seine offizielle Heimat durchgesetzt: das finnische Rovaniemi in Lappland, direkt am Polarkreis. Der Sage nach lebt er auf dem nahen Berg Korvatunturi, und in Finnland trägt er einen ganz eigenen Namen, Joulupukki. Wer mag, kann ihn in seinem Weihnachtsmanndorf sogar das ganze Jahr über besuchen. In den amerikanischen Erzählungen wiederum sitzt seine Werkstatt am Nordpol, wo ihm fleißige Weihnachtselfen bei der Geschenkeproduktion helfen.

Auch in Deutschland hat der Weihnachtsmann ein paar Anlaufstellen. In den Weihnachtspostämtern von Orten wie Himmelpforten bei Stade oder Himmelsthür bei Hildesheim beantwortet er jedes Jahr tausende Kinderbriefe. Wer ihm rechtzeitig im Advent schreibt, bekommt eine persönliche Antwort zurück. Ein schöner Brauch, der den großen Auftritt am Heiligabend für viele Familien zum wochenlangen Mitfiebern macht.

Seine treuen Rentiere

Zum Bild des Weihnachtsmanns gehört sein fliegender Schlitten, und der wird von acht Rentieren gezogen: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Das berühmteste kam erst später dazu: Rudolph mit der leuchtend roten Nase, der dem Schlitten bei Nebel den Weg weist. Erfunden wurde Rudolph 1939 für eine amerikanische Werbebroschüre und ist seither aus keiner Weihnachtsgeschichte mehr wegzudenken.

Bis wann glauben Kinder an den Weihnachtsmann?

Eine Frage, die früher oder später in jeder Familie aufkommt. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Kinder den Glauben an den Weihnachtsmann etwa im Alter von acht Jahren verlieren. Die Spannweite ist allerdings groß: Manche zweifeln schon mit vier Jahren, andere halten bis weit in die Schulzeit an der Vorstellung fest. Einen richtigen Zeitpunkt, um Kindern die Wahrheit zu sagen, gibt es nicht. Viele Eltern lassen den Zauber einfach so lange bestehen, wie das Kind ihn selbst aufrechterhalten möchte, und erklären erst dann behutsam, dass der Weihnachtsmann vor allem für die schöne Idee des Schenkens steht.

Nikolaus oder Weihnachtsmann: Wer kommt wann?

Der weihnachtliche Kalender ist klar geregelt. Am 6. Dezember kommt der Nikolaus und füllt die Stiefel, die am Vorabend geputzt vor die Tür gestellt wurden. Am 24. Dezember übernimmt der Weihnachtsmann die große Bescherung unter dem Weihnachtsbaum. In vielen Familien in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz bringt übrigens nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern das Christkind, eine Tradition, die auf Martin Luther zurückgeht.

Wer an Heiligabend im Partnerlook auf dem Sofa wartet, macht das Warten übrigens zum eigenen Ritual: Weihnachtspullover für die ganze Familie gehören in den USA längst zum festen Weihnachtsprogramm und werden auch bei uns jedes Jahr beliebter.

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Weihnachtsmann – kurz zusammengefasst
  • Der Weihnachtsmann entstand im 19. Jahrhundert aus der Nikolaustradition.
  • Nikolaus von Myra lebte von etwa 270 bis 343 in der heutigen Türkei.
  • Moritz von Schwind zeichnete 1847 einen der ersten deutschen Weihnachtsmänner.
  • Das Gedicht von 1823 erfand Santas Schlittenflug mit Rentieren.
  • Coca-Cola machte 1931 den rot-weißen Santa weltberühmt.

Häufige Fragen zu Weihnachtsmann: Ursprung, Geschichte und Unterschied zum Nikolaus

Der Nikolaus ist ein historischer Bischof aus dem 4. Jahrhundert, der am 6. Dezember Stiefel mit kleinen Gaben füllt. Der Weihnachtsmann ist eine moderne Kunstfigur des 19. Jahrhunderts, die am 24. Dezember die großen Geschenke zur Bescherung bringt.

Der Weihnachtsmann geht auf den heiligen Nikolaus von Myra zurück. Seine moderne Form entstand im 19. Jahrhundert, in Deutschland unter anderem durch Moritz von Schwinds Herrn Winter von 1847, in den USA über den aus Sinterklaas entstandenen Santa Claus.

Ja, Santa Claus ist der amerikanische Name für den Weihnachtsmann. Beide gehen auf den heiligen Nikolaus zurück und bezeichnen denselben rot gekleideten Gabenbringer, nur mit unterschiedlichen Liefertraditionen: in Deutschland am Abend des 24. Dezember, in den USA in der Nacht zum 25. Dezember.

Am 6. Dezember kommt der Nikolaus. Er füllt die geputzten Stiefel mit Süßigkeiten, Nüssen und Mandarinen. Der Weihnachtsmann hat erst am 24. Dezember seinen großen Auftritt, wenn die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Den Weihnachtsmann in seiner heutigen Form gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Frühe Darstellungen wie Herr Winter von 1847 zeigen ihn im Pelzmantel, das Gedicht von 1823 und die Zeichnungen von Thomas Nast ab 1863 formten parallel den amerikanischen Santa Claus.

Als offizielle Heimat des Weihnachtsmanns gilt das finnische Rovaniemi in Lappland, direkt am Polarkreis. Der Sage nach lebt er auf dem nahen Berg Korvatunturi und trägt in Finnland den Namen Joulupukki. In den amerikanischen Erzählungen steht seine Werkstatt dagegen am Nordpol.

Die meisten Kinder verlieren den Glauben an den Weihnachtsmann etwa im Alter von acht Jahren. Die Spannweite ist aber groß: Manche zweifeln schon mit vier Jahren, andere halten bis weit in die Schulzeit daran fest. Einen festen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht.