5 ungewöhnliche Weihnachtsbräuche, die aus den USA kommen
Das alljährliche Weihnachtsfest hat in den meisten christlichen Ländern den höchsten Stellenwert unter den religiösen Feiertagen. Die Bedeutung von Weihnachten wird auch durch die aufwendigen Vorbereitungen, ausgiebigen Feste und zahlreiche Feiertage unterlegt. Besonders ausgiebig wird Weihnachten in den Vereinigten Staaten von Amerika gefeiert.
Der Großteil der modernen Weihnachtsbräuche hat seinen Ursprung in Europa, manche von ihnen entstanden sogar, bevor es die Vereinigten Staaten überhaupt gab. Dazu zählen Adventskränze, Weihnachtsbäume und Christbaumkugeln aus Deutschland, um nur einige von ihnen zu nennen. Selbst typisch amerikanischen Bräuche wie das Weihnachtsgürkchen sind auf Deutschland zurückzuführen.
Doch spätestens seit der Industrialisierung von Amerika entwickelt die Weltmacht jenseits des Atlantiks auch eigene Bräuche und macht andere bereits vorhandene Traditionen weltbekannt. Vom Beginn der Weihnachtszeit bis hin zu den Weihnachtstagen erfährst du in diesem Artikel, welche Weihnachtsbräuche tatsächlich aus Amerika stammen.
Wann beginnt die Weihnachtszeit in den USA?
Anders als in Deutschland gibt es in den USA keinen Advent mit vier Sonntagen, der den Beginn der Weihnachtszeit markiert. Stattdessen fällt der Startschuss traditionell auf den Freitag nach Thanksgiving, den sogenannten Black Friday. Ab diesem Tag laufen das Weihnachtsshopping und die Dekoration auf Hochtouren, und in nahezu jeder Straße erklingt Weihnachtsmusik.
Dadurch verschiebt sich der gesamte Festkalender. Während wir in Deutschland am 6. Dezember den Nikolaus erwarten und am Heiligabend bescheren, ziehen sich die Vorbereitungen in den USA über mehrere Wochen, und der Höhepunkt liegt erst am 25. Dezember.
Unsere liebsten Weihnachtspullover für deine Ugly-Sweater-Party
Übersetzt bedeutet das etwas wie „Plätzchen-Tauschparties“. Das Plätzchentauschen hat in Amerika Tradition. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts soll es Veranstaltungen dieser Form gegeben haben.
So funktioniert eine Plätzchen-Tauschparty
Das Konzept ist simpel. Alle Teilnehmer backen jede Menge Plätzchen und bringen diese zur Tauschparty mit. Dort tauschen sie ihre Plätzchen mit denen der anderen Besucher und kehren mit einer bunten Mischung aus Plätzchen aller Art heim.
Zu Beginn waren diese Veranstaltungen auf Hausfrauen beschränkt, heute ist dagegen jeder willkommen. Außerdem werden diese Anlässe gerne für Spendenaktionen genutzt.
Cookie Swaps in Deutschland
In Deutschland ist der amerikanische Brauch noch ein Geheimtipp. Dabei hat er allerlei Vorzüge, allen voran das Zusammenkommen von Freunden und die Freude an Plätzchen allein. Für Freunde der Weihnachtsbäckerei ist eine Plätzchen-Tauschparty ein absolutes Muss. Also ab auf die Weihnachts-Checkliste damit!
Beliebt unter dem Baum
Lebkuchen Weihnachtspullover Kinder
In Lebkuchen Weihnachtspullover Kinder fühlt sich die Weihnachtszeit gleich doppelt so gemütlich an.
Während der Brauch Pullover als Weihnachtsgeschenke zu stricken seinen Ursprung in England hat, haben die Staaten den Ugly Christmas Sweater populär gemacht. Ein „Ugly Christmas Sweater“ ist ein Weihnachtspullover, der auf eine bestimmte Weise besonders hässlich ist; und das bewusst. Der Sinn des Ugly Christmas Sweater Trends ist es nämlich einen möglichst hässlichen Sweater zu finden und zu tragen.
Der Ursprung des Ugly Christmas Sweaters
Der Trend, der in den letzten Jahren um die ganze Welt gegangen ist, hat seinen Urpsrung laut der History in Vancouver. Am Anfang der 1900er sollen dort zum ersten Mal Ugly Christmas Sweater-Parties stattgefunden haben. Richtig populär wurde der verrückte Brauch aber erst, nachdem er in die Staaten importiert worden war.
Heute gibt es hässliche Weihnachtspullover in allen denkbaren und undenkbaren Variationen. Sogar Weihnachtspullover mit LEDs wurden mittlerweile entworfen! Alljährlich posten sämtliche Weihnachtsfanatiker und Promis ihre neuen, hässlichen Pullover in den sozialen Netzwerken. Wenn auch du deine Freude über die Weihnachtszeit auf besonders humorvolle Weise teilen willst, solltest du einen hässlichen Weihnachtspullover auf deine Einkaufsliste setzen.
Der Weihnachtsmann im Einkaufszentrum
Man kennt es aus sämtlichen amerikanischen Weihnachtsfilmen und Zeichentrickserien. Beim Weihnachtsshopping in der Mall darf der Stopp beim Weihnachtsmann nicht fehlen. Dieser nimmt in der Mall persönlich die Wünsche der Kinder entgegen und lässt sich mit ihnen auf seinem Schoß ablichten. Während diese Tradition in Deutschland eher ein Kuriosum darstellt, kann man im weihnachtlichen Amerika in nahezu jeder Mall einen solchen Mall-Weihnachtsmann antreffen.
Die Geschichte des Mall-Weihnachtsmanns
Erfunden wurde diese Tradition tatsächlich schon vor über 130 Jahren. Je nachdem, welcher Geschichte man mehr Glauben schenken will, begann diese Tradition 1890 in Massachusetts oder 1862 in New York. So oder so ist der Mall-Weihnachtsmann ein amerikanisches Original.
Christmas Stockings am Kamin
Ein weiteres Bild, das man aus unzähligen amerikanischen Weihnachtsfilmen kennt, sind die großen, oft rot-weißen Strümpfe, die am Kaminsims aufgehängt werden. Diese sogenannten Christmas Stockings hängen amerikanische Kinder am Heiligabend auf, in der Hoffnung, sie am nächsten Morgen prall gefüllt vorzufinden.
In der Nacht füllt Santa Claus die Strümpfe mit Süßigkeiten, kleinen Spielsachen und allerlei Kleinigkeiten. Wer sich im Laufe des Jahres nicht artig verhalten hat, findet der Legende nach allerdings nur ein Stück Kohle im Strumpf vor. Häufig trägt jedes Familienmitglied einen eigenen Strumpf mit aufgesticktem Namen, der Jahr für Jahr wiederverwendet wird.
Milch und Kekse für Santa
Eng mit den Christmas Stockings verbunden ist ein weiterer liebenswerter Brauch. Bevor die Kinder ins Bett gehen, stellen sie für Santa Claus einen kleinen Imbiss in Kaminnähe bereit, klassischerweise ein Glas Milch und ein paar Plätzchen. Für die Rentiere wird gelegentlich noch eine Karotte dazugelegt. Am Morgen sind die Leckereien verschwunden, der untrügliche Beweis, dass der Weihnachtsmann tatsächlich da war.
Elf on the Shelf
Eine vergleichsweise junge, aber heute weit verbreitete amerikanische Tradition ist der Elf on the Shelf. Dabei handelt es sich um eine kleine, biegsame Elfenpuppe, die in der Vorweihnachtszeit ins Haus einzieht. Der Brauch geht auf ein gleichnamiges Kinderbuch aus dem Jahr 2005 zurück und hat sich seitdem in den USA rasant verbreitet.
Die Aufgabe des kleinen Elfs ist es, das Verhalten der Kinder zu beobachten und Santa Claus jede Nacht Bericht zu erstatten. Während die Kinder schlafen, „fliegt“ der Elf zum Nordpol und kehrt am nächsten Morgen an einen neuen Platz im Haus zurück. In der Praxis bedeutet das, dass die Eltern die Puppe Tag für Tag an einem neuen, oft humorvollen Ort verstecken. Für viele amerikanische Familien gehört der tägliche Elf-Suchspaß fest zur Adventszeit.
Lichterketten
Wahrscheinlich würde mir jeder dabei zustimmen, dass amerikanische Häuser zu Weihnachten am aufwendigsten geschmückt werden. Dabei dürfen Lichterketten natürlich nicht fehlen.
Die Erfindung der Lichterkette in den USA
Etwas überraschend dürfte aber sein, dass die Lichterkette in den USA erfunden wurde. Vor ihrer Erfindung waren sowohl in Europa als auch Amerika Kerzen als Christbaumschmuck gängig. Die Lichterkette revolutionierte anschließend nicht nur die Christbaumdekoration, sondern gesamte Dekorationsgewohnheiten auf der ganzen Welt.
Erfunden wurde sie nur wenige Jahre nach der Erfindung der Glühbirne durch Edison. Der Erfinder, Edward Hibberd Johnson, war tatsächlich ein Freund Edisons und entwickelte dessen neue Beleuchtungsmethode weiter. Keine 30 Jahre später hatte sie sich bereits auf dem amerikanischen Massenmarkt behauptet; heute ist sie aus weihnachtlichen Haushalten rund um den Globus kaum noch wegzudenken.
Über die Türschwelle hinaus
In den USA bleibt es selten bei ein paar Lichtern am Baum. Ganze Hausfassaden, Vorgärten und Dächer werden mit zehntausenden Lampen, leuchtenden Rentieren und aufblasbaren Schneemännern in wahre Lichtshows verwandelt. In vielen Nachbarschaften gibt es sogar regelrechte Dekorationswettbewerbe, und ein berühmtes Beispiel ist der Stadtteil Dyker Heights in Brooklyn, der jedes Jahr Tausende von Schaulustigen anzieht.
Eggnog
Kein amerikanisches Weihnachtsfest ohne Eggnog. Dieses cremige Getränk aus Milch oder Sahne, Eiern, Zucker und Gewürzen wie Muskatnuss und Zimt gehört in den USA so selbstverständlich zur Weihnachtszeit wie bei uns der Glühwein.
Für Erwachsene wird der Eierpunsch häufig mit einem Schuss Rum, Bourbon oder Brandy verfeinert, während die Variante für Kinder alkoholfrei bleibt. Eggnog wird gut gekühlt und mit etwas frisch geriebener Muskatnuss serviert. In den Wochen vor Weihnachten findet man ihn in jedem amerikanischen Supermarkt im Kühlregal, viele Familien stellen ihn aber auch nach altem Rezept selbst her.
Das amerikanische Weihnachtsessen
Anders als in vielen deutschen Haushalten, wo es am Heiligabend gerne unkompliziert mit Würstchen und Kartoffelsalat zugeht, ist das amerikanische Christmas Dinner ein großer Festschmaus, der meist am 25. Dezember serviert wird.
Die Speisekarte erinnert stark an Thanksgiving. Im Mittelpunkt steht ein gefüllter Truthahn oder ein gebackener Schinken. Dazu kommen Beilagen wie Süßkartoffeln, Kartoffelpüree, grüne Bohnen und Maisbrot. Als Dessert ist der Pumpkin Pie, ein Kürbiskuchen, besonders beliebt, ebenso wie reichlich Plätzchen und Kuchen. Erst nach diesem ausgiebigen Mahl kehrt in vielen Familien weihnachtliche Ruhe ein.
Lebkuchenhäuser bauen
Das gemeinsame Bauen und Verzieren eines Lebkuchenhauses ist in den USA fester Bestandteil der Weihnachtszeit. Familien versammeln sich am Küchentisch, kleben mit weißem Zuckerguss frisch gebackene Lebkuchenwände zusammen und dekorieren das Häuschen anschließend mit allerlei bunten Süßigkeiten.
Auch dieser Brauch hat seine Wurzeln in Deutschland und wird mit dem Märchen von Hänsel und Gretel in Verbindung gebracht. In den USA hat er sich jedoch zu einer regelrechten Kunstform entwickelt, bei der ambitionierte Bäcker Jahr für Jahr immer aufwendigere Bauwerke erschaffen.
Der Weihnachtsstern
In Deutschland hat dieses weihnachtliche Gewächs zahlreiche Namen.
Die Pflanze hört auf den Fachterminus Poinsettie.
Der klassische Name lautet Weihnachtsstern.
In den letzten Jahren wurde er allerdings vermehrt als Winterstern angeboten.
Die Herkunft der Poinsettie
Nun, eigentlich würde man dieses Weihnachtsgewächs nicht mit den USA in Verbindung bringen. Tatsächlich sind die Vereinigten Staaten aber auch für diese Weihnachtstradition verantwortlich. Die Poinsettie ist nämlich eine zentralamerikanische Pflanze, die in ihrer Heimat schon lange vor ihrem Export als Zierpflanze kultiviert wurde.
Etwas zur gleichen Zeit, nämlich am Ende der 1820er-Jahre gelangte die Poinsettie sowohl nach Europa als auch in die USA. Zum ikonischen Weihnachtsgewächs wurde das Ziergewächs allerdings im letzteren Land. Etwa hundert Jahre nach ihrer erstmaligen Einführung in die Staaten konnte sie als Massenprodukt etabliert werden; laut History war sie im Jahr 1986 sogar die am meisten verkaufte Topfpflanze der USA.
Bescherung am 25. Dezember
Der wohl größte Unterschied zwischen einem amerikanischen und einem deutschen Weihnachtsfest betrifft den Zeitpunkt der Bescherung. Während bei uns am Heiligabend, also am 24. Dezember, die Geschenke ausgepackt werden, müssen sich amerikanische Kinder einen Tag länger gedulden.
Der 24. Dezember, der Christmas Eve, wird in den USA im Kreis der Familie verbracht, oft mit einem gemeinsamen Abendessen oder einem Kirchenbesuch. Erst am Morgen des 25. Dezember, dem Christmas Day, stürmen die Kinder zum Weihnachtsbaum, unter dem über Nacht die von Santa Claus gebrachten Geschenke gelandet sind. Anschließend wird der Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und viel Familienzeit gefeiert.
Das waren allerdings noch lange nicht alle Weihnachtstraditionen mit amerikanischem Stempel. Der Weihnachtsmann höchstselbst hat seinen Ursprung in Amerika. Mehr dazu lesen kannst du hier.
Usa weihnachten – kurz zusammengefasst
Cookie Swaps entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA.
Edward Hibberd Johnson erfand die Lichterkette in den USA.
Der erste Mall-Weihnachtsmann erschien 1890 in Massachusetts oder 1862 in New York.
Ugly Christmas Sweater-Parties begannen Anfang der 1900er in Vancouver.
Die Poinsettie wurde 1986 zur meistverkauften Topfpflanze der USA.
Häufige Fragen zu Weihnachten in den USA: Traditionen, Bräuche und Besonderheiten
Weihnachten wird in den USA besonders ausgiebig gefeiert. Die Amerikaner haben dabei eigene Traditionen wie Cookie Swaps (Plätzchen-Tauschpartys), Ugly Christmas Sweater-Partys, und den Weihnachtsmann im Einkaufszentrum entwickelt. Viele Häuser werden aufwendig mit Lichterketten geschmückt, die Ende des 19. Jahrhunderts von Edward Hibberd Johnson in den USA erfunden wurden.
Aus den USA stammen mehrere heute weltweit bekannte Weihnachtstraditionen. Dazu gehören die Lichterkette (erfunden von Edward Hibberd Johnson), Cookie Swaps aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der Mall-Weihnachtsmann (seit 1890 oder 1862), und die Popularisierung des Weihnachtssterns als Massenprodukt. Der Ugly Christmas Sweater-Trend hat seinen Ursprung in Vancouver, wurde aber erst durch die USA weltweit populär.
Cookie Swaps sind Plätzchen-Tauschpartys, die bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika entstanden. Bei diesen Veranstaltungen backen alle Teilnehmer Plätzchen und tauschen diese untereinander aus, sodass jeder mit einer bunten Mischung nach Hause geht. Ursprünglich waren diese Partys auf Hausfrauen beschränkt, heute ist jeder willkommen und sie werden oft für Spendenaktionen genutzt.
Das amerikanische Christmas Dinner findet meist am 25. Dezember statt und ähnelt dem Festschmaus zu Thanksgiving. Klassisch sind ein gefüllter Truthahn oder gebackener Schinken, dazu Beilagen wie Süßkartoffeln, Kartoffelpüree, grüne Bohnen und Maisbrot. Als Dessert ist der Pumpkin Pie (Kürbiskuchen) beliebt. Dazu trinken viele Amerikaner Eggnog, einen cremigen Eierpunsch aus Milch, Eiern und Gewürzen.
Anders als in Deutschland, wo am Heiligabend beschert wird, packen die Amerikaner ihre Geschenke erst am Morgen des 25. Dezember aus, dem sogenannten Christmas Day. Der 24. Dezember (Christmas Eve) wird im Kreis der Familie oder beim Kirchenbesuch verbracht. In der Nacht bringt Santa Claus die Geschenke und füllt die am Kamin aufgehängten Strümpfe (Christmas Stockings) mit Süßigkeiten.
Elf on the Shelf ist ein amerikanischer Brauch aus dem Jahr 2005, der auf einem gleichnamigen Kinderbuch beruht. Eine kleine Elfenpuppe zieht in der Vorweihnachtszeit ins Haus ein und beobachtet, ob die Kinder artig sind, um Santa Claus jede Nacht Bericht zu erstatten. Die Eltern platzieren die Puppe jeden Morgen an einem neuen, oft witzigen Ort. In den USA gehört der kleine Elf für viele Familien fest zur Adventszeit.