Glühwein Rezept: einfach selber machen wie vom Markt
Für ein klassisches Glühwein Rezept brauchst du nur eine Flasche trockenen Rotwein, eine Bio-Orange, zwei Zimtstangen, ein paar Nelken, einen Sternanis und etwas Zucker oder Honig. Alles zusammen in einen Topf, sanft auf rund 70 Grad erwärmen, niemals kochen lassen, kurz ziehen lassen und heiß servieren. So schmeckt dein Glühwein zu Hause wie frisch vom Weihnachtsmarkt, nur ohne kalte Füße und Gedränge.
Das Schöne daran: Ein guter Glühwein ist in 15 bis 30 Minuten fertig, und du bestimmst Süße, Würze und Schuss ganz nach deinem Geschmack. Wir zeigen dir das Grundrezept, die wichtigsten Regeln, eine weiße Variante und eine alkoholfreie Version für die ganze Familie. Schenk dir vorher eine gemütliche Stimmung ein, am besten im warmen Weihnachtspulli oder Pyjama, und schon wird der Abend daheim zum kleinen Weihnachtsmarkt.
Zutaten für klassischen Glühwein (1 Liter)
Mit diesen Mengen machst du etwa vier bis fünf Gläser. Sie lassen sich problemlos verdoppeln, wenn Gäste kommen.
1 Liter trockener Rotwein (zum Beispiel Merlot, Dornfelder oder Spätburgunder)
1 unbehandelte Bio-Orange (in Scheiben) plus den Saft einer zweiten Orange
2 Zimtstangen
5 bis 7 Gewürznelken
1 bis 2 Sternanis
50 bis 70 g brauner Zucker, Kandiszucker oder Honig (nach Geschmack)
Beim Wein gilt der wichtigste Tipp überhaupt: Spar nicht am Rotwein. Ein einfacher, aber sauberer trockener Wein zwischen rund fünf und zehn Euro reicht völlig, denn am Geschmack des fertigen Glühweins merkst du den Unterschied sofort. Ein fruchtiger, nicht zu schwerer Rotwein harmoniert am besten mit den warmen Gewürzen.
So machst du Glühwein selber, Schritt für Schritt
Gib den Rotwein mit den Orangenscheiben, dem frisch gepressten Orangensaft und den Gewürzen in einen großen Topf. Erwärme alles bei niedriger Hitze langsam auf etwa 70 Grad. Wer es genau mag, nutzt ein Küchenthermometer. Sobald es zu dampfen beginnt und fein duftet, ist die richtige Temperatur erreicht.
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Jetzt rührst du den Zucker oder Honig ein, bis er sich aufgelöst hat, und gibst nach Belieben den Schuss Rum dazu. Lass den Glühwein bei kleiner Hitze rund 20 bis 30 Minuten ziehen, damit die Gewürze ihr volles Aroma abgeben. Danach gießt du ihn durch ein Sieb, füllst ihn in Gläser oder Tassen und servierst ihn sofort heiß.
Die wichtigste Regel: Glühwein niemals kochen
Lass den Glühwein auf keinen Fall kochen. Ab etwa 78 Grad verdampft der Alkohol, und über 80 Grad zerfallen die feinen Aromen der Gewürze, der Glühwein wird bitter. Die ideale Temperatur liegt deshalb bei rund 70 Grad. Halte ihn warm, aber sanft, am besten in einem geschlossenen Topf oder einer Warmhaltekanne, damit nichts verdampft. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem groben und einem rundum gelungenen Glühwein.
Übrigens stammt der Glühwein in seiner heutigen Form aus dem deutschsprachigen Raum, das älteste bekannte Rezept geht auf ein gewürztes Weingetränk zurück, das schon im 19. Jahrhundert dokumentiert wurde. Mehr zur Geschichte des Glühweins findest du bei Wikipedia.
Glühwein verfeinern und würzen nach Geschmack
Glühwein lebt von der richtigen Würze. Die Grundgewürze sind Nelken, Zimt und Zitrusschalen, doch von hier aus kannst du frei experimentieren. Diese Übersicht hilft dir beim Abschmecken pro Liter Wein:
Nelken (4 bis 6 Stück): würzig und intensiv, das typische Glühwein-Aroma.
Zimtstange (1 bis 2): warm und süßlich, der Inbegriff von Weihnachten.
Sternanis (1 bis 2): leicht lakritzig, gibt Tiefe.
Orangenschale (1 Orange): frisch und zitrusig, bringt Leichtigkeit.
Kardamom (3 bis 4 Kapseln): blumig und edel, ein Hauch Skandinavien.
Ingwer (1 TL gerieben): scharf und wärmend, ideal an eiskalten Tagen.
Honig statt Zucker: rundet das Aroma weicher ab als reiner Zucker.
Ein verbreiteter Trick: Erhitze Honig und Gewürze kurz separat in einem kleinen Topf, bevor du sie zum Wein gibst. So lösen sich die Aromen besser und der Glühwein wird runder. Wer es gerne mit Schuss mag, greift zu Rum (geschmacklich am neutralsten) oder Amaretto (süßer, mit feiner Mandelnote).
Weißer Glühwein als feine Alternative
Wer Rotwein nicht so gern mag, macht weißen Glühwein. Ersetze einfach den Rotwein durch einen trockenen Weißwein und tausche die Orange gegen Zitrone, also Saft und Schale von ein bis zwei Zitronen. Weißer Glühwein schmeckt frischer und leichter, passt wunderbar zu Vanille und harmoniert hervorragend mit einer aufgeschnittenen Vanilleschote im Topf.
Alkoholfrei: Kinderpunsch für die ganze Familie
Damit auch die Kleinen mitfeiern können, gibt es den Klassiker alkoholfrei. Ersetze den Wein durch roten Traubensaft und etwas Johannisbeer- oder Kirschsaft, gib die gleichen Gewürze sowie Orangenscheiben dazu und erwärme alles sanft. So entsteht ein duftender Kinderpunsch, der genauso weihnachtlich schmeckt. Ein gemeinsamer Glühwein- und Punschabend daheim ist besonders schön, wenn alle im passenden Outfit zusammenrücken.
Vom Weihnachtsmarkt bis Skandinavien
Glühwein ist längst nicht nur deutsch. In Schweden und Norwegen heißt das Pendant Glögg und wird traditionell mit Rosinen und Mandeln im Glas serviert, oft mit einem Schuss Aquavit oder Wodka und reichlich Kardamom. In Frankreich wärmt der Vin Chaud, in England der Mulled Wine, der gern mit Muskatnuss verfeinert wird. Wer es nordisch mag, gibt also einfach ein paar Rosinen, gehackte Mandeln und etwas mehr Kardamom in den Topf und holt sich so ein Stück skandinavische Gemütlichkeit nach Hause.
Wie gut ein Abend mit selbstgemachtem Glühwein wird, hängt am Ende weniger vom Rezept ab als von der Stimmung. Mit einem warmen Weihnachtspullover oder einem kuscheligen Weihnachtspyjama, der Lieblingsmusik und einer dampfenden Tasse wird aus einem kalten Winterabend ganz schnell der schönste Teil der Weihnachtszeit.
Gut zu wissen
Glühwein darf niemals kochen: Ab etwa 78 Grad verdampft der Alkohol, über 80 Grad werden die Aromen bitter.
Die ideale Trinktemperatur liegt bei rund 70 Grad.
Aus einer Flasche Rotwein (1 Liter) werden etwa vier bis fünf Gläser Glühwein.
In Schweden und Norwegen heißt das Pendant Glögg und wird mit Rosinen, Mandeln und Kardamom serviert.
Grundgewürze sind Nelken, Zimt und Zitrusschalen, der Rest ist Geschmackssache.
Häufige Fragen zu Glühwein Rezept: einfach selber machen wie vom Markt
Für klassischen Glühwein brauchst du trockenen Rotwein, eine Bio-Orange, Zimtstangen, Gewürznelken, Sternanis und etwas Zucker oder Honig. Optional kommt ein Schuss Rum oder Amaretto dazu. Mit diesen Zutaten machst du aus einer Flasche Wein etwa vier bis fünf Gläser.
Unverzichtbar sind die Grundgewürze Nelken, Zimt und Zitrusschalen sowie ein Süßungsmittel wie Zucker oder Honig. Sie geben dem Glühwein sein typisches weihnachtliches Aroma. Kardamom, Sternanis und Ingwer sind feine Ergänzungen für mehr Tiefe.
Glühwein wird sanft auf rund 70 Grad erwärmt und darf niemals kochen. Ab etwa 78 Grad verdampft der Alkohol, über 80 Grad zerfallen die Aromen der Gewürze und der Glühwein wird bitter. Ein Küchenthermometer hilft, die richtige Temperatur zu treffen.
Der klassische Schuss im Glühwein ist Rum, weil er geschmacklich am neutralsten ist. Amaretto macht den Glühwein süßer und gibt ihm eine feine Mandelnote. Beides gibst du erst gegen Ende der Ziehzeit dazu.
Ja. Ersetze den Wein einfach durch roten Traubensaft mit etwas Johannisbeer- oder Kirschsaft und gib dieselben Gewürze und Orangenscheiben dazu. So entsteht ein duftender Kinderpunsch, der genauso weihnachtlich schmeckt und für die ganze Familie geeignet ist.