Mariä Lichtmess: Bedeutung, Datum & Bräuche

Mariä Lichtmess ist das katholische Fest am 2. Februar, mit dem traditionell die Weihnachtszeit endgültig zu Ende geht. Kirchlich heißt der Tag heute "Darstellung des Herrn", im Volksmund kennt man ihn aber als Lichtmess, weil an diesem Tag in der Messe die Kerzen gesegnet werden. Gefeiert wird er genau 40 Tage nach Weihnachten, und für viele Familien ist es der Moment, an dem Krippe, Weihnachtsbaum und der gemütliche Weihnachtspullover ein letztes Mal zur Geltung kommen, bevor der Alltag den Winter übernimmt.

Wann ist Mariä Lichtmess?

Lichtmess fällt immer auf den 2. Februar, also den vierzigsten Tag der Weihnachtszeit, gezählt ab dem 25. Dezember. Anders als Ostern wandert das Datum nicht, der Tag ist jedes Jahr derselbe. 2027 ist Mariä Lichtmess ein Dienstag, 2028 ein Mittwoch und 2029 ein Freitag. Trotz seines hohen Rangs als Herrenfest ist Lichtmess in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag mehr. In Bayern war der 2. Februar bis 1912 arbeitsfrei, danach wurde er als Feiertag gestrichen. Im Fürstentum Liechtenstein ist er bis heute ein gesetzlicher Feiertag.

Was an Mariä Lichtmess gefeiert wird

Der Hintergrund steht im Lukasevangelium. Maria und Josef bringen das Jesuskind 40 Tage nach der Geburt in den Tempel von Jerusalem, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Nach der Geburt eines Jungen galt die Mutter 40 Tage als unrein und brachte ein Reinigungsopfer dar, und der erstgeborene Sohn wurde Gott geweiht und durch ein Geldopfer wieder ausgelöst. Im Tempel begegnen die Eltern dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna, die im Kind den Erlöser erkennen. Simeon stimmt einen Lobgesang an und nennt Jesus "ein Licht, das die Heiden erleuchtet". Dieser Satz wurde zum Nachtgebet der Kirche, dem Nunc dimittis, und er ist auch der Grund, warum an diesem Tag das Licht so eine große Rolle spielt.

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Warum es Lichtmess heißt

Den Namen verdankt der Tag den Kerzen. In vielen Gemeinden werden in der Messe am 2. Februar die Kerzen gesegnet, die im Lauf des Jahres in der Kirche gebraucht werden, und früher brachten die Gläubigen auch ihre eigenen Kerzen mit. Aus diesen Kerzensegnungen und den feierlichen Lichterprozessionen, die seit dem 5. Jahrhundert belegt sind, wurde "Lichtmess". Lange stand dabei die Reinigung Marias im Vordergrund, deshalb hieß das Fest auch "Mariä Reinigung". Erst seit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil steht wieder Jesus im Mittelpunkt, daher der offizielle Name "Darstellung des Herrn". Wer mehr zur kirchlichen Geschichte lesen möchte, findet sie ausführlich bei Wikipedia.

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Das Ende der Weihnachtszeit, und warum der Baum so lange steht

Früher markierte der 2. Februar ganz offiziell das Ende der Weihnachtszeit. Seit der Liturgiereform endet sie zwar schon am Sonntag nach dem 6. Januar mit dem Fest "Taufe des Herrn", aber das alte Gefühl ist geblieben. In vielen katholischen Kirchen und in Regionen wie Bayern, Teilen Sachsens und Tirols bleiben Krippe und Weihnachtsbaum bis Lichtmess stehen. Genau das macht den Tag für SillySanta so passend: Es ist das letzte echte Weihnachtswochenende des Winters. Wer den Baum noch einmal anschalten, heiße Schokolade kochen und sich in den weichsten Weihnachtspullover einkuscheln möchte, hat an Lichtmess den perfekten Anlass dafür. Danach kommt der Schmuck in die Kiste, und der Pullover wandert in den Schrank, bis im November alles wieder hervorgeholt wird.

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Bräuche und Lichtmessgebäck

Rund um Lichtmess haben sich viele Bräuche gehalten. In manchen Regionen wird die Weihnachtsbeleuchtung an diesem Tag mit einer Lichtmessvesper feierlich ausgelöscht, gefolgt von einem Festessen. Regional gibt es traditionelles Lichtmessgebäck, und in Frankreich und Belgien gehören am "Chandeleur" Crêpes zum Tag, denen früher sogar Glück fürs ganze Jahr nachgesagt wurde. In Luxemburg ziehen Kinder am Abend mit selbst gebastelten Laternen von Tür zu Tür und singen ein Lied. Auch wirtschaftlich war der Tag wichtig: Mit Lichtmess endete das Dienstbotenjahr, das Gesinde bekam seinen Restlohn, oft ein Paar Schuhe dazu, und konnte den Arbeitgeber wechseln. Daher stammt die Redensart "neue Schuhe, neue Liebe". Ab Lichtmess endete außerdem die "Kunstlicht-Zeit": Handwerker arbeiteten wieder bei Tageslicht, weil die Tage spürbar länger werden.

Junge Frau in rotem Weihnachtspullover mit Rentiermotiv posiert vor festlich geschmücktem Hintergrund

Lichtmess, das Murmeltier und die Bauernregeln

Mit dem 2. Februar begann früher das Bauernjahr, und an kaum einem anderen Tag gibt es so viele Bauernregeln. Spannend ist, dass eine davon bis nach Amerika gewandert ist. Deutsche Auswanderer brachten die Regel mit, dass Tiere wie der Dachs an Lichtmess das Wetter ankündigen, und daraus wurde in Pennsylvania der Groundhog Day, der Murmeltiertag, den der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" weltweit bekannt machte. Die bekanntesten deutschen Regeln drehen sich um Licht und Frühling:

  • "Ist's an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."
  • "Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee."
  • "Lichtmess verlängert den Tag um eine Stunde, für Menschen wie für Hunde."
Brennende weiße Kerzen vor dunklem Hintergrund, die zu Mariä Lichtmess gesegnet werden

Der Kern ist immer derselbe: Strahlt an Lichtmess die Sonne, darf man sich noch auf Kälte einstellen. Ist es trüb und stürmisch, steht der Frühling schon vor der Tür. So oder so wird es ab jetzt heller, und die kuscheligste Zeit des Jahres geht mit Lichtmess in Würde zu Ende.

Schon gewusst?
  • Mariä Lichtmess ist immer am 2. Februar, genau 40 Tage nach Weihnachten.
  • In Bayern war der Tag bis 1912 ein gesetzlicher Feiertag, heute nicht mehr.
  • Aus einer Lichtmess-Bauernregel wurde in den USA der Murmeltiertag (Groundhog Day).
  • Lichterprozessionen zu diesem Fest sind seit dem 5. Jahrhundert belegt.
  • In vielen Regionen bleibt der Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar stehen.

Häufige Fragen zu Mariä Lichtmess: Bedeutung, Datum & Bräuche

Gefeiert wird die Darstellung des Herrn im Tempel: Maria und Josef bringen das Jesuskind 40 Tage nach der Geburt nach Jerusalem, wo Simeon und Hanna es als Erlöser erkennen. In der Messe werden Kerzen gesegnet, daher der Name Lichtmess.

Ja. Lichtmess fällt jedes Jahr auf den 2. Februar, den vierzigsten Tag nach Weihnachten. Das Datum wandert nicht. 2027 ist es ein Dienstag, 2028 ein Mittwoch.

Früher endete die Weihnachtszeit offiziell erst am 2. Februar. In vielen Kirchen und Regionen wie Bayern oder Tirol bleiben Krippe und Weihnachtsbaum deshalb bis Lichtmess stehen, auch wenn die Weihnachtszeit liturgisch schon nach dem 6. Januar endet.

In Deutschland nein. Obwohl Lichtmess als Herrenfest einen hohen Rang hat, ist der Tag kein gesetzlicher Feiertag. In Bayern war er es bis 1912, in Liechtenstein ist er bis heute arbeitsfrei.

Typisch sind die Kerzensegnung und Lichterprozessionen. Dazu kommen regionales Lichtmessgebäck, in Frankreich und Belgien Crêpes, in Luxemburg Laternenumzüge der Kinder und zahlreiche Bauernregeln rund ums Wetter.