Die Walpurgisnacht ist das große Frühlings- und Hexenfest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, in der überall in Deutschland Feuer lodern, sich Menschen als Hexen und Teufel verkleiden und der Winter mit Lärm, Tanz und Maibäumen endgültig vertrieben wird. Am eindrucksvollsten gefeiert wird sie im Harz, wo sich der Sage nach die Hexen auf dem Brocken versammeln. Hier erfährst du, woher das Fest kommt, wie es gefeiert wird und wie du selbst eine zünftige Hexennacht auf die Beine stellst.
Die Walpurgisnacht markiert die letzte Nacht des Aprils und damit den Übergang in den Wonnemonat Mai. Schon lange vor der Christianisierung begrüßten die Menschen in Nord- und Mitteleuropa in dieser Nacht den Sommer: Mit großen Freudenfeuern, viel Lärm und Umzügen sollten der Winter und die bösen Geister vertrieben werden. Feuer galt dabei als Symbol der Sonne, der Fruchtbarkeit und des Neubeginns. Das verwandte keltische Fest Beltane folgt bis heute in Irland und Schottland genau dieser Logik.
Der Name geht auf die heilige Walburga zurück, eine angelsächsische Äbtissin des 8. Jahrhunderts, die als Schutzpatronin gegen Seuchen, Hungersnot und böse Geister verehrt wurde. Papst Hadrian II. sprach sie an einem 1. Mai heilig, und so fiel die Vigil ihres Gedenktags genau auf die alte Frühlingsnacht. Aus dieser Überlagerung von heidnischem Brauch und christlichem Heiligenfest wurde die Walpurgisnacht, wie wir sie heute kennen.
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Hexen, Brocken und der Teufel: woher der Mythos kommt
Dass ausgerechnet der Brocken im Harz zum Treffpunkt der Hexen wurde, ist keine uralte Überlieferung, sondern erstaunlich gut datierbar. Den entscheidenden Schritt tat 1668 der Schriftsteller Johannes Praetorius, der in seiner Schrift "Blockes-Berges Verrichtung" den Brocken als zentralen Versammlungsort der Hexen festschrieb. Der Sage nach steigen die Hexen vom Hexentanzplatz bei Thale auf Besen und Mistgabeln zum Gipfel, tanzen dort im Kreis ums Feuer und feiern mit dem Teufel.
Unsterblich machte den Brocken aber erst Johann Wolfgang von Goethe. 1777 bestieg er den Berg selbst, und 1808 verlegte er in "Faust I" das Hexentreiben genau hierher. Goethe hat den Mythos nicht erfunden, sondern bestehende Volkssagen literarisch verdichtet und damit für immer mit Hexen, Magie und dem Harz verbunden. Seitdem ist die Verbindung von Walpurgis, Brocken und Hexen so fest im kollektiven Gedächtnis verankert, dass jeder sie kennt.
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Auch heute gehören Freudenfeuer, die sogenannten Maifeuer oder Hexenfeuer, zum Kern der Walpurgisnacht. Rund um die Flammen wird getanzt, gesungen und in den Mai gefeiert. Vielerorts verkleiden sich die Menschen als Hexen oder Teufel, schminken sich gruselig und ziehen mit Fackeln durch die Nacht. Am 1. Mai werden in vielen Gemeinden bunt geschmückte Maibäume aufgestellt, die den Beginn der fruchtbaren Jahreszeit einläuten.
Daneben lebt die Walpurgisnacht von kleinen Schabernack-Bräuchen. Im Süden Deutschlands heißt sie auch Freinacht oder Lausbubennacht: In dieser Nacht sind harmlose Streiche traditionell erlaubt, Vandalismus dagegen nicht. Im Rheinland kennt man den Liebesmaien, bei dem junge Männer ihrer Angebeteten eine mit bunten Bändern geschmückte Birke vor das Haus stellen. Und nach altem Volksglauben streute man Salz auf die Türschwelle und stellte Besen mit der Kehrseite nach oben auf, um Hexen fernzuhalten.
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Walpurgisnacht im Harz: das größte Spektakel
Wer die Walpurgisnacht einmal richtig erleben will, fährt in den Harz. In mehr als 20 Orten wird hier gefeiert, die Zentren sind Schierke am Brocken, Thale, Wernigerode und Braunlage. Es gibt Hexenfeuer, Mittelalter-Spektakel, Musik und große Umzüge mit Hexen und Teufeln. Allein auf dem Hexentanzplatz in Thale kommen bis zu 10.000 Besucher zusammen, was die Nacht zu einem der größten Volksfeste der Region macht. Sonderzüge der Brockenbahn und Fackelwanderungen bringen die Gäste hinauf.
Spannend ist, dass die Hexenfigur dabei längst gewandelt ist. In der Frauenbewegung der 1970er-Jahre wurden die einst als Hexen verfolgten Frauen als Symbol weiblicher Selbstbestimmung wiederentdeckt. Aus dem Schreckbild wurde eine selbstbewusste, fröhliche Verkleidung, die heute Familien, Freundinnen und ganze Vereine gemeinsam tragen.
Walpurgisnacht und Halloween: das ist der Unterschied
Die Walpurgisnacht wird oft als das Halloween des Frühlings bezeichnet, und tatsächlich teilen beide Feste die Bildsprache aus Verkleidung, Feuer und der Vorstellung einer geöffneten Grenze zur Geisterwelt. Der Sinn ist aber gegensätzlich: Während Halloween am 31. Oktober den Beginn der dunklen Jahreszeit einläutet, steht die Walpurgisnacht am 30. April für Frühlingsanfang, Neubeginn und das Vertreiben des Winters. Auch andernorts wird gefeiert: In Schweden begrüßt man an Valborg mit Lagerfeuern und Chorgesang den Frühling, in Finnland verwandelt sich "Vappu" in ein riesiges Straßenfest, und in Tschechien werden an "Čarodějnice" symbolisch Strohpuppen verbrannt.
So feierst du selbst eine schöne Walpurgisnacht
Du musst nicht in den Harz reisen, um mitzufeiern. Lade Freunde und Familie zu einem kleinen Maifeuer oder Lagerfeuer im Garten ein, verkleidet euch als Hexen und Teufel und tanzt gemeinsam in den Mai. Heißer Punsch oder Glühwein, ein paar Streiche für die Kinder und gemütliche, warme Kleidung für die kühle Aprilnacht gehören dazu. Nach dem Feuer wird es draußen schnell frisch, deshalb lohnt sich kuschelige Loungewear: In unserer Oster-Kollektion findest du weiche Pyjamas und Pullover, in denen der Abend gemütlich ausklingt. Wer es das ganze Jahr über mag, schaut sich auch unsere Onesies an, die sich genauso gut fürs Sofa wie fürs nächste Kostümfest eignen.
Egal ob beim großen Spektakel auf dem Brocken oder beim kleinen Feuer im Garten: Die Walpurgisnacht ist eine Einladung, den Winter laut und fröhlich zu verabschieden und gemeinsam den Frühling willkommen zu heißen. Mehr zur Geschichte des Festes findest du im Beitrag der deutschen Wikipedia.
Schon gewusst?
Die Walpurgisnacht wird jedes Jahr in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert.
Der Name geht auf die heilige Walburga zurück, eine angelsächsische Äbtissin des 8. Jahrhunderts.
1668 machte Johannes Praetorius den Brocken zum Hexenberg, Goethe verewigte ihn 1808 in Faust I.
Im Harz feiern mehr als 20 Orte, auf dem Hexentanzplatz in Thale kommen bis zu 10.000 Besucher zusammen.
In Schweden heißt das Fest Valborg, in Finnland Vappu und in Tschechien Čarodějnice.
Häufige Fragen zu Walpurgisnacht: Bräuche, Hexen und Harz erklärt
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird mit großen Freudenfeuern, Tanz und Musik der Winter vertrieben und der Mai begrüßt. Vielerorts verkleiden sich die Menschen als Hexen oder Teufel, ziehen mit Fackeln durch die Nacht und stellen am 1. Mai bunte Maibäume auf.
Dem Volksglauben nach treffen sich die Hexen in dieser Nacht auf dem Brocken im Harz, um mit dem Teufel zu feiern. Geprägt wurde das Bild 1668 durch Johannes Praetorius und 1808 durch Goethes Faust. Heute ist die Hexe eine fröhliche Verkleidung und seit der Frauenbewegung auch ein Symbol weiblicher Selbstbestimmung.
Der 30. April war schon vorchristlich ein Frühlingstermin, an dem mit Feuer der Sommer begrüßt wurde. Weil die heilige Walburga an einem 1. Mai heiliggesprochen wurde, fiel die Nacht vor ihrem Gedenktag genau auf dieses Datum, und beide Bräuche verschmolzen zur Walpurgisnacht.
Am eindrucksvollsten wird im Harz gefeiert. Die größten Feste finden in Schierke am Brocken, Thale, Wernigerode und Braunlage statt. Auf dem Hexentanzplatz in Thale kommen bis zu 10.000 Besucher zusammen.
Beide Feste teilen die Motive Verkleidung, Feuer und Geisterwelt, haben aber gegensätzliche Bedeutung. Halloween am 31. Oktober läutet die dunkle Jahreszeit ein, die Walpurgisnacht am 30. April steht für Frühlingsanfang und Neubeginn. Deshalb gilt sie als das Halloween des Frühlings.