Karfreitag ist der Freitag vor Ostern und einer der wichtigsten Feiertage im christlichen Kirchenjahr. An diesem Tag gedenken Christinnen und Christen des Leidens, der Kreuzigung und des Todes von Jesus Christus auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. In allen 16 Bundesländern ist Karfreitag ein gesetzlicher und zugleich ein "stiller Feiertag", an dem besondere Regeln gelten. Hier erfahren Sie, was an diesem Tag passiert ist, woher der Name kommt, warum getanzt nicht werden darf und was offen oder geschlossen hat.
Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung und den Tod von Jesus Christus. Für den christlichen Glauben hat dieser Tod eine besondere Bedeutung, denn nach dem Neuen Testament hat Gott im Leiden und Sterben seines Sohnes die Welt erlöst. Jesus ist nach verbreiteter Auffassung "für uns gestorben" und hat stellvertretend die Schuld der Menschen auf sich genommen. Karfreitag steht deshalb im Zeichen der Trauer und der Buße, ist aber zugleich untrennbar mit der Hoffnung auf die Auferstehung an Ostern verbunden. In den Medien wird der Karfreitag oft als höchster evangelischer Feiertag bezeichnet, theologisch gilt jedoch Ostern, die Feier der Auferstehung, als das höchste Fest der Christenheit.
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Der Name hat nichts mit dem Auto und nichts mit "Karte" zu tun. Das Wort "Kar" leitet sich vom althochdeutschen Wort kara ab, das so viel wie Klage, Kummer und Trauer bedeutet. Karfreitag ist also wörtlich der "Trauerfreitag". Aus demselben Wortstamm stammt auch der Name der Karwoche, der Trauerwoche vor Ostern, sowie der des Karsamstags. Andere Bezeichnungen für den Tag sind "stiller Freitag" und "hoher Freitag".
Was ist am Karfreitag mit Jesus passiert?
Alle vier Evangelien der Bibel berichten ausführlich von den Ereignissen, die zur Kreuzigung führten. Nach dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag betete Jesus im Garten Gethsemane, wurde durch den Verrat des Judas gefangen genommen und dem römischen Statthalter Pontius Pilatus vorgeführt. Dort wurde er zum Tode verurteilt, verspottet und mit einer Dornenkrone "gekrönt". Auf dem Hügel Golgatha wurde Jesus schließlich ans Kreuz genagelt. Nach der Überlieferung starb er um die neunte Stunde, also gegen 15 Uhr. Genau zu dieser Todesstunde finden vielerorts bis heute die Karfreitagsgottesdienste statt, schlicht und ohne Altarschmuck, oft mit schweigender Orgel. Die liturgische Farbe des Tages ist Schwarz. Wer die ganze Passionsgeschichte nachlesen möchte, findet sie in den Kapiteln Matthäus 26 bis 27, Markus 14 bis 15, Lukas 22 bis 23 und Johannes 18 bis 19.
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Karfreitag in der Karwoche: die Kartage im Überblick
Karfreitag steht nicht allein, sondern ist der zentrale Tag der Karwoche, die Schritt für Schritt auf Ostern hinführt. Jeder Tag hat seine eigene biblische Erinnerung:
Palmsonntag: eröffnet die Karwoche und erinnert an den Einzug von Jesus in Jerusalem, wo er mit Palmzweigen begrüßt wurde.
Gründonnerstag: erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Der Name leitet sich vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort "grinen" (weinen) ab.
Karfreitag: erinnert an Leiden, Kreuzigung und Tod von Jesus.
Karsamstag: ein stiller Tag der Grabesruhe, mit dem die Karwoche endet.
Ostersonntag: feiert als Höhepunkt die Auferstehung und den Sieg des Lebens über den Tod.
Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht bilden zusammen die "österliche Dreitagefeier", den Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres.
Ist Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag?
Ja. Karfreitag ist in allen deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag, an dem die meisten Menschen frei haben. Darüber hinaus zählt er zu den sogenannten stillen Feiertagen und unterliegt deshalb besonderen gesetzlichen Regelungen. Anders als an vielen anderen Feiertagen geht es hier nicht um Freude und Geselligkeit, sondern um Ruhe und stilles Gedenken.
Tanzverbot am Karfreitag: was ist erlaubt, was nicht?
Weil Karfreitag ein stiller Feiertag ist, gilt das bekannte "Tanzverbot". Öffentliche Tanzveranstaltungen, Partys, laute Konzerte und viele Unterhaltungsevents sind an diesem Tag verboten. Die genauen Regeln und Uhrzeiten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, das Grundprinzip ist aber überall gleich: Der Tag soll dem stillen Gedenken dienen.
Was hat geschlossen und was offen? Geschäfte und Supermärkte bleiben wie an jedem Feiertag geschlossen, ebenso die meisten Behörden. Restaurants und Cafés dürfen in der Regel öffnen, größere öffentliche Tanz- und Musikveranstaltungen jedoch nicht stattfinden. Arbeiten ist am Karfreitag grundsätzlich erlaubt, in vielen Branchen ruht der Betrieb aber. Wer den Tag zu Hause verbringt, macht es sich am besten ruhig und gemütlich, ganz im Sinne des stillen Feiertags.
Bräuche am Karfreitag: warum man Fisch isst
Karfreitag gilt als strenger Fastentag und als Höhepunkt der Fastenzeit. Viele Gläubige verzichten an diesem Tag bewusst auf Fleisch und Alkohol und nehmen nur eine normale Stärkung und zwei kleinere Mahlzeiten zu sich. Statt Fleisch kommt traditionell Fisch auf den Tisch. Der Grund liegt in der biblischen Fastentradition: Fisch galt nicht als "Fleisch" im engeren Sinn und durfte deshalb auch an Fastentagen gegessen werden. Aus diesem Brauch hat sich übrigens die bis heute verbreitete Gewohnheit entwickelt, in vielen Kantinen, Mensen und Restaurants generell freitags Fisch anzubieten.
Ein weiterer fester Bestandteil des Tages ist die Musik. Seit dem 19. Jahrhundert besuchen viele Menschen am Karfreitag eine Aufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Daneben gibt es zahlreiche regionale Bräuche und auch manchen Aberglauben rund um den Tag.
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"Kar" kommt vom althochdeutschen "kara" und bedeutet Klage, Kummer und Trauer.
Karfreitag ist in allen 16 Bundesländern ein gesetzlicher und stiller Feiertag.
Nach der Überlieferung starb Jesus gegen 15 Uhr, die heutige Todesstunde vieler Gottesdienste.
Die liturgische Farbe des Karfreitags ist Schwarz, Altarschmuck und oft auch die Orgel schweigen.
Der Freitagsfisch in Kantinen geht auf die Karfreitags-Fastentradition zurück.
Häufige Fragen zu Karfreitag: Bedeutung, Feiertag & Bräuche erklärt
Am Karfreitag wurde Jesus dem römischen Statthalter Pontius Pilatus vorgeführt, zum Tode verurteilt, verspottet und mit einer Dornenkrone gekrönt. Auf dem Hügel Golgatha wurde er ans Kreuz genagelt und starb der Überlieferung nach gegen 15 Uhr.
Das Wort "Kar" stammt vom althochdeutschen Wort "kara" und bedeutet Klage, Kummer und Trauer. Karfreitag ist also wörtlich der "Trauerfreitag". Aus demselben Wortstamm leiten sich auch Karwoche und Karsamstag ab.
Ja, Karfreitag ist in allen 16 deutschen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Er zählt außerdem zu den stillen Feiertagen und unterliegt deshalb besonderen gesetzlichen Regelungen wie dem Tanzverbot.
An Karfreitag sind als stillem Feiertag öffentliche Tanzveranstaltungen, Partys und viele laute Unterhaltungsevents gesetzlich verboten. Geschäfte und Behörden bleiben geschlossen. Der Tag soll dem stillen Gedenken an Leiden und Tod von Jesus dienen.
Karfreitag ist ein strenger Fastentag, an dem viele Gläubige auf Fleisch verzichten. Fisch galt in der biblischen Fastentradition nicht als Fleisch und durfte deshalb auch an Fastentagen gegessen werden. Daraus entstand der bis heute verbreitete Brauch des Freitagsfischs.