Eine Weihnachtsgurke ist ein gläserner Christbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke, der heimlich im Weihnachtsbaum versteckt wird. Wer die grüne Gurke am Heiligabend oder am ersten Weihnachtstag als Erste oder Erster entdeckt, bekommt ein zusätzliches kleines Geschenk und soll im kommenden Jahr besonders viel Glück haben. Der Brauch gilt vielen Amerikanern als urdeutsch, ist in Deutschland selbst aber kaum bekannt, und genau diese kuriose Geschichte machen wir hier von Anfang bis Ende verständlich.
Auf den ersten Blick wirkt eine Gurke zwischen Kugeln, Strohsternen und Lametta seltsam. Doch hinter dem grünen Glasschmuck steckt ein liebevolles Familienspiel, das Spannung und Vorfreude in den Weihnachtsabend bringt. In den USA gehört die "Christmas Pickle" für viele Familien einfach dazu, und auch bei uns taucht sie auf Weihnachtsmärkten und in Dekogeschäften immer öfter wieder auf.
Was ist die Weihnachtsgurke?
Die Weihnachtsgurke ist ein mundgeblasener Baumschmuck aus Glas, der einer eingelegten Gewürzgurke nachempfunden ist. Sie kann matt oder glänzend sein, manche Modelle tragen sogar ein kleines Weihnachtsmützchen oder etwas Glitzer. Ihre grüne Farbe ist kein Zufall, denn sie sorgt dafür, dass sich die Gurke perfekt zwischen den Tannenzweigen tarnt. Genau das macht den Reiz aus: Wer sie finden will, muss schon ganz genau hinschauen.
Damit das Spiel für jedes Alter spannend bleibt, bieten Glasbläsereien die Gurke in verschiedenen Größen an. Eine große Gurke ist leichter für die Kleinsten, eine winzige stellt selbst geübte Augen vor eine echte Herausforderung. So findet jede Familie und jeder Weihnachtsbaum, ob groß oder klein, den passenden Schwierigkeitsgrad.
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Die Regeln sind einfach und gerade deshalb so beliebt. Ein Elternteil oder die Großeltern hängen die Weihnachtsgurke heimlich und gut versteckt zwischen die Zweige, am besten dann, wenn die Kinder nicht hinschauen. Vor der Bescherung dürfen alle losziehen und die Gurke suchen, ganz traditionell, ohne den Baum dabei zu berühren. Das Kind, das sie zuerst entdeckt, gewinnt.
Der Finderlohn ist von Familie zu Familie verschieden. Mal gibt es ein zusätzliches kleines Geschenk, mal darf der glückliche Finder als Erster seine Päckchen öffnen oder die Reihenfolge der Bescherung bestimmen. So ist nebenbei auch gleich geklärt, wer anfangen darf. Und natürlich winkt dem Sieger der Legende nach ein ganzes Jahr voller Glück.
Wenn ihr daraus ein echtes Familienritual machen möchtet, lohnt sich ein wenig Inszenierung. Passende Weihnachtspullover für die ganze Familie bringen alle in Stimmung, und mit einem heißen Kakao in der Hand wird die Suche zum Höhepunkt des Abends.
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Die genaue Herkunft der Weihnachtsgurke ist bis heute nicht gesichert, und genau das macht sie so geheimnisvoll. Sicher ist, dass der Brauch vor allem im Mittleren Westen der USA verbreitet ist, wo viele Familien mit deutschen Vorfahren leben. Vermutlich entstand er, als ab den 1880er Jahren massenhaft gläserner Weihnachtsschmuck aus Deutschland in die USA importiert wurde, oft in Form von Obst und Gemüse, verkauft in großen Kaufhäusern wie Woolworth.
Um den Ursprung ranken sich mehrere Legenden. Die bekannteste erzählt von John C. Lower, einem aus Bayern stammenden Auswanderer, der im Amerikanischen Bürgerkrieg in Gefangenschaft geriet. Am Heiligabend soll er kurz vor dem Hungertod gestanden haben und nur durch eine einzige Essiggurke überlebt haben, die ihm ein Wärter zusteckte. Aus Dankbarkeit habe er fortan jedes Jahr eine Gurke an den Weihnachtsbaum gehängt. Eine andere Geschichte handelt vom Heiligen Nikolaus, der zwei Kinder aus einem Gurkenfass befreit haben soll.
Plausibler klingt für viele die deutsche Spur. Im thüringischen Lauscha stellten Glasbläser schon im 19. Jahrhundert kleine Glasgurken her, anfangs als Spielzeug für Kinder. Auch aus dem Spreewald, wo seit jeher Gurken angebaut und eingelegt werden, gibt es eine Erklärung: Arme Gurkenbauern konnten sich angeblich keinen teuren Christbaumschmuck leisten und hängten deshalb echte Gewürzgurken in den Baum. Ob die Tradition also über den Atlantik kam und wieder zurückwanderte oder eine fast vergessene heimische Sitte ist, bleibt ein schönes Weihnachtsrätsel.
Eine deutsche Tradition, die in Deutschland kaum jemand kennt
Das Kuriose: Während die Weihnachtsgurke in den USA als typisch deutsch gilt, kennen sie hierzulande die wenigsten. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab 2016, dass 91 Prozent der befragten Deutschen den Brauch nicht kannten. Nur 2 Prozent gaben an, die Tradition selbst zu praktizieren. In den USA dagegen ist sie so beliebt, dass sich der Ort Berrien Springs in Michigan selbst zur Weihnachtsgurken-Hauptstadt erklärt hat und jedes Jahr ein eigenes Gurkenfest mit Parade feiert.
Die gute Nachricht für alle, die Freude an Bräuchen haben: Diese Tradition lässt sich ganz einfach selbst beginnen. Eine kleine Glasgurke ist schon ab wenigen Euro zu haben, und der Spaß für die ganze Familie ist garantiert. Wer den gemütlichen Abend rund um den Baum noch verlängern möchte, macht es sich danach in Weihnachtspyjamas für die ganze Familie bequem.
So startet ihr euren eigenen Gurken-Brauch
Ihr braucht nicht viel, um die Weihnachtsgurke zu einem festen Teil eures Festes zu machen. Besorgt euch eine gläserne Gurke in einer Größe, die zum Alter eurer Kinder passt. Hängt sie heimlich in den geschmückten Baum, sobald niemand hinsieht. Legt vorher fest, was der Finder gewinnt, ein kleines Extrageschenk, das erste Päckchen oder einfach den Titel als Gurkenkönig oder Gurkenkönigin des Jahres.
Vereinbart kurz die Spielregeln, zum Beispiel dass der Baum nicht berührt werden darf, und gebt dann das Startsignal. Schon wird aus einem einfachen Stück Glasschmuck ein Moment voller Lachen, Spannung und Familienzusammenhalt. Genau darum geht es an Weihnachten, und die kleine grüne Gurke erinnert auf charmante Weise daran.
Mehr Hintergründe zur Herkunft und Verbreitung des Brauchs findet ihr im ausführlichen Artikel auf Wikipedia zur Weihnachtsgurke.
Schon gewusst?
91 Prozent der Deutschen kannten den Brauch 2016 laut YouGov nicht, nur 2 Prozent praktizierten ihn.
Berrien Springs in Michigan nennt sich Weihnachtsgurken-Hauptstadt und feiert jährlich ein Gurkenfest mit Parade.
Die ersten gläsernen Weihnachtsgurken sollen um 1880 im thüringischen Lauscha entstanden sein.
Ab den 1880er Jahren kam massenhaft gläserner Weihnachtsschmuck aus Deutschland in die USA, oft in Obst- und Gemüseform.
Eine gläserne Weihnachtsgurke ist schon ab wenigen Euro zu haben.
Häufige Fragen zu Weihnachtsgurke: Bedeutung & Brauch erklärt
Bei der Weihnachtsgurke wird ein gläserner Christbaumschmuck in Gurkenform heimlich im Weihnachtsbaum versteckt. Wer ihn zuerst findet, bekommt ein zusätzliches Geschenk und soll im kommenden Jahr besonders viel Glück haben.
Vor allem in den USA, besonders im Mittleren Westen, wo viele Familien deutsche Vorfahren haben. Dort gilt die Christmas Pickle als typisch deutsche Tradition, obwohl sie in Deutschland selbst kaum bekannt ist.
Der Ursprung ist nicht gesichert. Eine Spur führt nach Lauscha in Thüringen, wo im 19. Jahrhundert Glasgurken hergestellt wurden, eine andere in den Spreewald. Bekannt ist auch die Legende um den Auswanderer John C. Lower aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg.
Ein Elternteil versteckt die grüne Glasgurke vor der Bescherung gut getarnt im Baum. Die Kinder suchen sie, ohne den Baum zu berühren. Wer sie zuerst entdeckt, erhält ein Extrageschenk oder darf als Erster die Geschenke öffnen.
Kaum. Laut einer YouGov-Umfrage von 2016 kannten 91 Prozent der befragten Deutschen den Brauch nicht, und nur 2 Prozent praktizierten ihn selbst. Er ist in den USA deutlich bekannter als in Deutschland.